Zehn Jahre Xtrackers Portfolio ETF

Im November 2018 wurde der Indexfonds Xtrackers Portfolio ETF zehn Jahre alt. Er erwirtschaftete in diesem Zeitraum 126% Rendite, was einer durchschnittlichen Rendite von 8,7% pro Jahr entspricht. Damit waren die Erträge über doppelt so hoch, wie bei vergleichbar riskanten Mischfonds (Morningstar Vergleichsgruppe (EUR Moderate Allocation – Global)). Im Folgenden gehe ich kurz der Frage nach, wie diese Überrendite zu erklären ist.

Niedrige Kosten erklären nur einen Teil der hohen Renditen

Eine Ursache sind die Kosten. Der Xtrackers Portfolio ETF hat eine Gesamtkostenquote von 0,7% p.a., inklusive der inneren Kosten. Klassische ausgewogene Mischfonds  oder ausgewogene Portfolios im Private Banking liegen bei ca. 1,5% Gesamtkosten p.a. (Quelle: Morningstar und Private Banking Test 2018 von Focus Money / n-tv). Mit den niedrigeren Kosten kann man also nur einen Bruchteil der höheren Rendite im Portfolio ETF erklären.  

Viele Renditequellen: Der eigentliche Grund für die Überrenditen

Der Xtrackers Portfolio ETF folgt passiv einer Strategie, bedient sich dabei aber aller relevanten Aktien- und Anleihenmärkte. Das erscheint auf den ersten Blick kein großer Unterschied zu einem Portfolio, welches statisch in einmal ausgewählte Märkte investiert. Tatsächlich liegt hier der Hase im Pfeffer. Märkte sind über die Zeit nicht stabil, ihre Eigenschaften und damit ihre Eignung für den Vermögensaufbau können stark variieren. Um langfristig erfolgreich Vermögen aufzubauen ist es notwendig, auf solche Verschiebungen reagieren zu können.

Ich möchte dies im Folgenden anhand eines konkreten Beispiels erläutern:

Die Liquiditätsprämie ist ein Zins, der für Anleihen mit eher geringen Handelsumsätzen gezahlt wird. Dieser zusätzliche Zins ist rational, da Großinvestoren bei zwei Anleihen mit gleichem Risiko naturgemäß die Anleihe bevorzugen, die besser handelbar ist. Weniger liquide Anleihen müssen daher einen höheren Zins bieten, um Investoren zu finden. Aufgrund der Probleme in den Bilanzen von Banken und Versicherungen wurden 2008/2009 extreme Liquiditätsprämien gezahlt.

Ausfallsichere Deutsche Pfandbriefe sind weniger liquide als deutsche Staatsanleihen, Ende 2008 betrug bei Deutschen Pfandbriefen die Umlaufrendite daher wunderbare 5,7% (10 Jahre Laufzeit). Im Portfolio ETF waren sie bis Ende Q1 2009 mit 30% das Schwergewicht. Dann kamen die Zentralbanken und fluteten die Märkte mit Liquidität. Die Liquiditätsprämie begann 2009 und 2010 deutlich zu fallen, heute ist sie vernachlässigbar. Im Portfolio ETF bedeutete das schöne Kursgewinne bei den Pfandbriefen, gleichzeitig wurden Deutsche Pfandbriefe immer teurer und unattraktiver. Die Umlaufrendite fiel zeitweise auf unter 1% (10 Jahre Laufzeit). Seit einigen Jahren investiert der Portfolio ETF daher nicht mehr in Deutsche Pfandbriefe.

Dieses Beispiel zeigt, dass eine Anlageklasse in verschiedenen Marktsituationen sehr unterschiedliche Eigenschaften haben kann. Um langfristig erfolgreich Vermögen aufzubauen, muss man auf solche Veränderungen reagieren können. Der Portfolio ETF nutzt daher Unternehmensanleihen, Staatsanleihen, Pfandbriefe, Inflationsindexierte Anleihen und auch Schwellenländeranleihen. Er nutzt die Aktienmärkte der Industriestaaten und der Schwellenländer. Neben Aktienindizes, die über die Marktkapitalisierung gesteuert werden, kommen fundmentale Aktienindizes zum Einsatz, wie Value-, High Dividend- oder Small Cap Indizes.       

Die Überrenditen der letzten zehn Jahre lassen sich vor allem darauf zurückführen, dass im Xtrackers Portfolio ETF flexibel auf die Anlageklassen zugegriffen werden kann, welche langfristig die höchste Ertragskraft versprechen.

Ist das jetzt aktiv oder passiv? 

Grundsätzlich gibt es kein „passiv“ im Sinne von statisch. Auch ein passiver DAX 30 verändert sich zum Beispiel laufend. 2000 war er sein Schwerpunkt Technologie/Telekommunikation, 2007 waren es Banken/Versicherungen, heute sind es die Branchen Automobil/Industrie. Hätte es den DAX 30 schon in den 50er Jahren gegeben, so wäre er Brauereilastig gewesen. Kein Index ist statisch.

Die Tatsache, dass der Portfolio ETF nicht statisch ist, sagt daher nichts darüber aus, ob er aktiv oder passiv gemanagt wird. Der hierfür wesentliche Unterschied ist die Frage der Renditequellen.

Aktive Portfoliomanager versuchen aus der Ineffizienz der Märkte Mehrwert zu generieren. Ineffizienz bedeutet, dass die Marktpreise falsch sind, der Vermögensverwalter dies erkennen und nutzen kann. Das setzt voraus, dass der Vermögensverwalter einen Informationsvorsprung gegenüber den anderen Marktteilnehmern besitzt. 

Passives Portfoliomanagement nutzt die Effizienz der Märkte. Die Steuerung des Portfolios zielt darauf ab, die Marktrenditen einzusammeln. Es braucht keinen Informationsvorsprung, die Portfoliozusammensetzung lässt sich immer anhand der allgemein verfügbaren Marktkennzahlen erklären. Der Portfolio ETF ist insofern ein typisches passives Investment.  

Und zum Schluss:

Die DWS war so freundlich dem Portfolio ETF zum Geburtstag eine Videoaufnahme zu spendieren. Zu finden auf www.portfolioetf.de oder bei youtube unter: https://www.youtube.com/watch?v=swH3rZu7Xc4. Die Index Capital sagt danke.