Frühjahr 2018: Verluste an den Märkten, aber kein Grund zur Panik

Das erste Quartal 2018 lief alles andere als rund. Weltweit mussten Aktien und Anleihen auf breiter Flur Kursverluste verkraften. Gründe gibt es wie immer viele: Drohender Handelskrieg, Schattenbanken in China, steigende Zinsen der Notenbanken, politische Unsicherheit in Italien, BREXIT und so weiter – man braucht nur die Wirtschaftspresse zu verfolgen und schon erscheint alles folgerichtig. Allein, das ganze Jahr 2017 über gab es mindestens genau so gute Gründe für schlechte Märkte, trotzdem ging es bergauf. Gute Unternehmensgewinne, stabile Weltkonjunktur und so weiter, lautete damals die Begründung für die steigenden Aktienkurse in der Presse. Ist ja auch alles richtig, nur gelten diese Gründe im Prinzip auch heute noch. Das Glas ist sozusagen immer halb voll. Rückwirkend ist alles und nichts erklärbar. 

In den Portfolio ETF haben wir dennoch Ende Februar das Risiko etwas reduziert, indem die Aktienquoten wieder auf ihren langfristigen Durchschnitt gesenkt wurden. Im Portfolio ETF von 62% auf 56% und im konservativeren Portfolio Income ETF von 30% auf 28% Aktienquote. Hintergrund ist, dass die Aktienmärkte aufgrund der starken Kursgewinne 2017 fundamental gesehen tatsächlich weniger attraktiv geworden sind. Auf der anderen Seite sind die Umlaufrenditen an den Anleihenmärkten aufgrund der schon laufenden Zinsschritte wichtiger Notenbanken und einer höheren Inflationserwartung gestiegen, also etwas attraktiver geworden. In den Portfolio ETF hat dies die Möglichkeit eröffnet, das Risiko besser zu streuen und damit zu reduzieren.  

Noch eine Anmerkung in eigener Sache: Der Xtrackers Portfolio ETF gehörte 2017 wie schon in den Vorjahren bei professionellen Investoren zu den Top Indexfonds (ETF). Bei der in diesem Bereich führenden Fondsdatenbank Morningstar lag er 2017 auf Platz 4, der am meisten beachteten ETF. Das ist bemerkenswert, da ansonsten nur ETF auf Aktien-Standardindizes vordere Plätze belegen konnten. Zur Auswertung:

http://www.morningstar.de/de/news/164302/die-top-etfs-auf-morningstarde-2017.aspx

 

Schon wieder Weltuntergang

Anmerkungen zum Brexit

Auch wenn die Aktienmärkte die Tage stark schwanken, der Einfluss von Brexit auf die Geldanlage wird mittelfristig vernachlässigbar sein. Das hat einen einfachen ökonomischen Grund: Ob Großbritannien in der EU ist oder nicht hat weltweit gesehen keinen Einfluss auf das Konsumverhalten oder Sparverhalten der Menschen. Betrachten wir als Beispiel Airbus, als das europäisch vernetzte Unternehmen schlechthin und damit mitten im Sturm der Ereignisse. Hat Airbus jetzt ein Problem? Schlecht wäre, wenn aufgrund des Brexit die Menschen weniger fliegen, oder noch Schlimmer - wenn potentielle Flugzeugkäufer jetzt lieber Boeing anstelle von Airbus kaufen würden. Beides ist nicht zu erwarten oder anders formuliert: Sicher muss Airbus wegen des Brexit keine Gewinnwarnung herausgeben. Was für ein Unternehmen im Zentrum des Geschehens gilt, ist auch allgemein nicht anders. Weder werden die Chinesen weniger Auto fahren, noch die Amerikaner weniger Bier trinken, noch die Europäer weniger Smart-Phones nutzen etc. Der Brexit ist wirtschaftlich gesehen ein Störfaktor, da er jetzt viele neue Verträge erfordert, aber er ist kein Auslöser einer fundamentalen Krise.

Bei Licht betrachtet ist der Brexit nur eine Katastrophe für die politische Klasse in Brüssel, aber das EU Parlament ist nicht der Europäische Aktienmarkt. Historisch gesehen ist der Brexit wirklich bemerkenswert. Woran Bismarck und viele andere deutsche Diplomaten gescheitert sind, wird jetzt Dank des Brexit-Wortführers Boris Johnson Wirklichkeit. Zum ersten Mal seit Gründung des Deutschen Reiches 1848 sitzt Deutschland zusammen mit Frankreich und Polen auf der gleichen Seite des Verhandlungstisches gegen England.

Keine Lösung gegen Nullzins

Keine Lösung gegen Nullzins für deutsche Sparer

"Die Sparer haben es mit ihren Anlage-Entscheidungen auch selbst in der Hand, wie hoch ihre Erträge ausfallen, auch in Zeiten niedriger Zinsen", so Mario Draghi in der "Bild"-Zeitung. Zeit sich zu fragen, wieso die Deutschen eigentlich zu unfähig sind, Aktien zu kaufen. Die Antwort ist einfach. Weder ist das Finanzwissen geringer als in anderen Ländern, noch die Risikoaversion höher, noch die Bankberater schlechter. Vielmehr sind gerade die Deutschen, um die es hier geht relativ arm. Erträge aus ihren Ersparnissen zu erwirtschaften, wäre vor allem für die Generationen nach den geburtenstarken Jahrgängen wichtig. Diese heute bis 45-jährigen müssen die Gesundheitskosten, Renten und Pensionen der geburtenstarken Jahrgänge bezahlen und zugleich die eigene Altersvorsorge stemmen. Betrachten wir also deren Vermögenssituation auf Basis einer Studie von 2015 des Instituts der Deutschen Wirtschaft in Köln. Im Alter bis 35 Jahren betragen die von der Zinspolitik direkt betroffenen Ersparnisse (Spareinlagen, Anleihen, freiwillige private und betriebliche Renten) im Schnitt nur 8 Tausend Euro, von 35 bis 44 Jahren 17 Tausend Euro. Diese Reserven sind damit gerade so hoch, dass das Auto mal kaputt gehen darf oder ein sonstiges kostspieliges Ereignis geschultert werden kann. Es ist in jeder Hinsicht vernünftig diese Reserven nicht in Aktien oder sonstige stark schwankende Anlagen zu investieren. Risikoreiche Investitionen zu tätigen ist ein Luxus, den man sich leisten können muss. Viele Deutschen sind dafür schlicht zu arm. Mario Draghis Aussage erinnert an „Wenn sie kein Brot haben, sollen sie halt Kuchen essen“. Nachdem was man heute weiß, hat Marie Antoinette dies zwar nie gesagt, dennoch steht der Satz für die Arroganz des Adels gegenüber den Problemen der einfachen Bevölkerung. Mit Mario Dragis Ratschlag an den deutschen Sparer gibt es jetzt eine moderne Version.

 

Keine Lösung gegen Nullzins für Investoren 

Aber selbst der vermögendere Teil der Deutschen, sollte kritisch bleiben. Die aktuelle Situation mit Zinsen von Null bedeuten, dass es keinen Unterschied zwischen Schulden und Guthaben mehr gibt. Eine Millionen Euro Schulden kosten nichts, eine Millionen Guthaben bringen nichts. Damit steht die Wirtschaft auf dem Kopf. Dass es damit um weit mehr geht, als die Tatsache, dass man als Sparer keine Zinsen mehr auf sein Konto bekommt, zeigt ein Blick in die Realwirtschaft. Nachdem die EZB angekündigt hat, jetzt auch Anleihen von großen Privatunternehmen aufzukaufen, konnte sich zum Beispiel der Konzern Unilever trotz mittelmäßigem Rating die Tage über eine neue Anleihe mit 4 Jahre Laufzeit zu einem Zinssatz von 0,0% verschulden. Das Volumen der Anleihe beträgt 300 Millionen Euro. Unilever ist ein globaler Konzern, aber seine Konkurrenten sind auch mittelständische Unternehmen. Diese besitzen nicht das Privileg kostenlos Geld zu leihen. Vielmehr zahlen solche Unternehmen mindestens 3% Zins für einen 4 Jahres Kredit. Die Kapitalkosten mittelständischer Unternehmen sind also betriebswirtschaftlich um den Faktor Unendlich höher als die Kapitalkosten von Unilever. Die Konkurrenzfähigkeit mittelständische Unternehmen wird untergraben, was diese zur erhöhten Vorsicht zwingt. Wer kann, stockt die Liquiditätsreserven auf. Aber wieder schlägt die EZB Politik zu: Liquiditätsreserven werden mit Strafzinsen belegt. Die Welt steht Kopf. Wasser fließt von unten nach oben.

In einem solchen Kontext sind rationale Investitionsentscheidungen nicht mehr möglich. Geht man davon aus, dass die Nullzinsen langfristig Bestand haben, dann sind alle Realwerte noch zu billig. Beliebig hohe Preise für Unternehmen oder Immobilien können in einem solchen Umfeld gerechtfertigt werden. Eine absurde Welt in der auch die absurdesten Investitionen noch vernünftig erscheinen. Niemand weiß, wie dieses Experiment ausgeht, sodass es sinnvoll erscheint gerade jetzt vorsichtig am Kapitalmarkt zu bleiben. Wem Aktien bisher zu riskant waren, der sollte sich auch jetzt nicht drängen lassen. Denn eines ist sicher: Nullzinsen verringern langfristig die erwarteten Erträge und erhöhen die Risiken alle Anlageklassen, auch die von Aktien und Immobilien.

Kursverluste im Portfolio ETF

Als wir diese Webseite Mitte 2015 freigeschaltet haben, war die Welt noch in Ordnung. Die Aktien- und Anleihenmärkte standen gut bis blendend da und Hauptproblem schien ein „Anlagenotstand“ zu sein. Offensive Anlageberater verkündeten über alle Kanäle Aktien seien „alternativlos“. Es hieß „jeder der noch auf die Nullzinsen reinfällt verliert“, mit „sicheren Anleihen verliert man garantiert“ und so weiter. Die meisten kritischen Kommentare, die wir von interessierten Anlegern in der zweiten Jahreshälfte 2015 bekamen, bezogen sich entsprechend darauf, dass die 60% Aktienquote beim Portfolio Total Return ETF als „zu niedrig“ eingeschätzt wurde .

Wir bezogen frühzeitig in der Presse gegen diesen Marketinglärm Stellung:

- im Handelsblatt 4.5.15: „Wenn ich höre, Dividenden sind die neuen Zinsen, antworte ich, Minus ist das neue Plus. Nur weil es keine Zinsen mehr gibt, werden risikoreiche Anlagen nicht risikoärmer“ 

- oder in Euro am Sonntag 23.5.15 

- sowie in der Süddeutschen Zeitung am 10.8.15.

Jetzt ist die Krise da, Aktien haben deutlich verloren. Über 30% Kursverluste in Schwellenländern, über 20% in vielen Industriestaaten wie dem DAX 30. Auch der Portfolio Total Return ETF hat vom 20.06.15 bis 20.01.16 etwa 9% verloren, der Portfolio Income ETF etwa 5,5%. Dem ersten Einbruch im Spätsommer folgte eine kleine Erholung um dann Anfang dieses Jahres umso schneller wieder auf neue Tiefststände einzubrechen.

Natürlich ist das nicht schön, aber aus unserer Sicht sind solche Schwankungen an den Märkten weder vorherzusehen noch zu verhindern. Die wissenschaftlichen Untersuchungen belegen recht deutlich, dass der Versuch kurzfristige Schwankungen zu vermeiden auf Dauer sehr viel Rendite kostet. Die Aktienquote von 60% im Portfolio Total Return und von 30% im Portfolio Income hat weiter ihre Daseinsberechtigung. Die Erläuterungen  warum wir dies unabhängig von den aktuellen Schwankungen an den Märkten für zielführend halten, finden Sie auf dieser Webseite unter „Welcher Anlegertyp bin ich“. Die dort Mitte 2015 formulierten Texte gelten ohne Einschränkung auch nach den jüngsten Turbulenzen.

Wunsch und Wirklichkeit bei der Geldanlage

Der folgende Beitrag ist eine Kurzfassung von Andreas Beck: „Wir und die Finanzmärkte“, Band 1 S.57-62 in „DIE ZEIT erklärt die Wirtschaft“, Herausgeber Uwe Jean Heuser, Birger P. Priddat, Murmann Verlag 2013 ISBN 978-3-86774-258-0

Es ist keine Komödie, es ist keine Tragödie 

Der Finanzmarkt ist ein Nullsummenspiel. Gewinnt eine Investmentbank Milliarden, so müssen andere Milliarden verlieren. Bei diesen großen Summen sind das in der Regel institutionelle Akteure wie Pensionskassen oder unsere Landesbanken. Aber auch im Kleinen bleibt der Finanzmarkt ein Nullsummenspiel. In diesem Spiel sind viele Parteien involviert, die hinter einer einzelnen Geldanlage stehende Kette ist oft lang. Regel Nummer eins in Nullsummenspielen lautet: Sei nicht das schwächste Glied in der Kette. Als Privatanleger ist das nicht trivial. Im Folgenden werden wir uns die hinter einer Geldanlage stehende Kette von Akteuren ansehen.

Das erste Glied in der Kette findet sich immer in der Realwirtschaft. Irgendjemand möchte ein Haus oder eine neue Maschine kaufen, eine Bäckerei oder ein Internetunternehmen gründen, obwohl er das nötige Geld dafür gerade nicht hat. Alles fängt damit an, dass eine Person oder ein Unternehmen in der Realwirtschaft Geld benötigt und dafür einen Geldgeber sucht. Um einen solchen Geldgeber zu finden, bietet er diesem finanzielle Anreize wie zum Beispiel laufende Zinszahlungen für das geliehene Geld. Diese Form der Finanzierung heißt Fremdkapital. Das Charakteristische an Fremdkapital ist, dass der Unternehmer trotz Kreditaufnahme Eigentümer seines Unternehmens bleibt. Die Alternative zum Fremdkapital besteht darin, dass ein Unternehmer die Geldgeber direkt an seinem Unternehmen beteiligt. Er verkauft Anteile an seinem Unternehmen, zum Beispiel in Form von Aktien. Diese Form der Finanzierung heißt Eigenkapital. Damit werden die Geldgeber Miteigentümer, bekommen keinen festen Zinssatz mit Tilgung, sondern partizipieren langfristig an den Gewinnen des Unternehmens. Zwischen diesen beiden Möglichkeiten für einen Unternehmer Geld aufzunehmen, gibt es unendlich viele Zwischenspiele. Wandelanleihen, Hybridkapital, Genussscheine, Kommanditanteile und so weiter. Wir brauchen dies aber nicht weiter betrachten, da jede dieser Formen immer nur eine Mischung aus den beiden klassischen Varianten, Fremdkapital (z.B. Kredit oder Anleihe) oder Eigenkapital (z.B. Aktie) darstellt.

Wertpapiere dienen originär dazu, Unternehmer aus der Realwirtschaft mit Liquidität zu versorgen. Ein Unternehmer wird dabei so wenig Zinsen wie möglich zahlen wollen. Aber so einfach ist es nicht, da die Geldgeber nicht gezwungen sind, ihm das Geld zu geben. Er muss den Geldgebern eine Gegenleistung bieten. Einmal dafür, dass sie das Geld nicht selber verwenden und zum zweiten für das Risiko, dass die Unternehmung schief geht und der Kredit bzw. die Anleihe verfällt oder die Aktie wertlos wird. In den Medien geht dieser Aspekt leider unter. In der Zeitung werden Wertpapiere immer aus Sicht der Leser besprochen, also aus Sicht der Geldgeber. Es entsteht der Eindruck, der Sinn von Wertpapieren bestehe darin, Anlegern Renditemöglichkeiten zu eröffnen. Ein völlig irreführender Ansatz. Der Sinn von Wertpapier besteht allein darin, Unternehmen der Realwirtschaft mit Liquidität zu versorgen. Der Rest sind Folgeerscheinungen.

Kommen wir zum letzten Glied der Kette: Zu Ihnen. Sie verdienen mehr, als Sie im Moment ausgeben und Sie wollen für das Alter oder für Notfälle oder vielleicht auch für einen bestimmten Konsumwunsch sparen. Jetzt liegen ein paar Tausend Euro auf dem Konto, aber die dortige Verzinsung ist deutlich unterhalb der Inflation, womit sie real laufend verlieren. So geht es nicht weiter und Sie wollen das Geld anlegen. Was tun? Scheinbar unendlich viele Möglichkeiten – sie gehen also zu Ihrem Bankberater. Dieser verkauft Ihnen dann zum Beispiel eine Fondsgebunde Rentenversicherung als hochwertige Anlagemöglichkeit. Was bedeutet das konkret? Sie zahlen Ihr Geld bei einer Versicherung ein, die davon die Provisionen für den Bankberater und ihre sonstigen Kosten abzieht. Der Rest fließt dann an einen Vermögensverwalter, der davon seine Kosten abzieht und den verbleibenden Rest in verschiedene Investmentfonds investiert. Diese ziehen wieder ihre Kosten ab und erst der dann noch verbleibende Rest wird schlussendlich in der Realwirtschaft investiert und kann für Sie Rendite generieren – denn nur dort, nur in der Realwirtschaft wird der Mehrwert generiert, der Ihnen zu einer Rendite verhelfen kann. Es gibt Anlageprodukte für Privatanleger, die eine so lange Kette bis zur Realwirtschaft abbilden, dass nur noch 70% bis 80% des von Ihnen angelegten Geldes überhaupt dort ankommt. Der Rest verliert sich auf dem Weg dorthin über Gebühren

Es gibt heute sehr viele Anlageprodukte für Privatanleger. Aber es ist egal, wie komplex man es verpackt, am Ende wird in Anleihen, Aktien oder analog in der Realwirtschaft investiert. Nur dort entstehen die eigentlichen Renditen. Die dabei für Geldgeber offene Realwirtschaft ist für alle gleich. Die ganze Komplexität in der Produktwelt dient in erster Linie dazu, dass möglichst viele Parteien am gleichen Geschäftsvorfall verdienen. Da es ein Nullsummenspiel ist, zahlt die Zeche der Anleger.

Je höher die abgegriffenen Schachtelgebühren, desto unattraktiver wird die Geldanlage für den Anleger. Dabei war die Grundidee von Anlageprodukten genial. Einzelne Privatanleger haben zu wenig Geld, um breit gestreut in viele verschiedene Wertpapiere zu investieren, sodass der Ausfall eines Wertpapiers keinen großen Schaden anrichtet. Daher brauchen sie ein Sammelvermögen. Viele Anleger zahlen viele kleine Beträge in einen Topf und ein professioneller Manager kümmert sich dann um die breit gestreute sinnvolle Investition. Das war und ist sinnvoll. Anlageprodukte wie hochwertige Investmentfonds oder sogenannte ETF (börsengehandelte Fonds) ermöglichen Privatanlegern, weltweit und breit gestreut zu investieren. Dass dabei Gebühren anfallen, ist vollkommen in Ordnung. Aber dass hier etwas aus dem Ruder gelaufen ist, zeigt allein die Tatsache, dass es auf der Welt vielleicht 15.000 Unternehmen gibt, deren Aktien an Börsen liquide gehandelt werden. Dem gegenüber stehen weltweit über 180.000 Aktienfonds und viele Millionen verschiedener Zertifikate und Derivate die auf bestimmte Kursveränderungen dieser 15.000 Aktien wetten. Eine riesige Industrie ist entstanden ohne das die reale Welt dadurch größer oder schöner geworden wäre.

Robo Advice und Fragebögen die keinem weiterhelfen

Was ist überhaupt Robo Advice?

Seit geraumer Zeit geistert ein Begriff durch Netz und Fachpresse: Robo Advice. Ein Trend, der aus Amerika kommt und der verspricht, einfach und günstig durch Kapitalanlage im Internet Geld zu machen.

Die Grundannahme von Robo Advice basiert hierbei auf der Annahme, dass eine gute Vermögensverwaltung nicht existiert und es lediglich um eine breite Streuung geht.

Programmiererfahrung ersetzt Fachwissen.

Die Köpfe, die hinter solchen Unternehmen stehen, haben meist wenig bis keinerlei Erfahrung in dem Metier der Geldanlage, denn die Anlagestrategie basiert nicht auf Know How, sondern Programmierung.

Das Risikoprofiling bei Robo Advice erfolgt über rund 10 Multiple Choice Fragen, mit denen  die persönliche Risikoneigung des Anlegers ermittelt wird. Ein Computer ersetzt somit den Berater und die dezidierte Entscheidungsfreiheit des Anlegers. Neben der fehlenden Kompetenz in der Verwaltung von Vermögen, fehlt somit gänzlich der menschliche Faktor und wird durch eine standardisierte Auswertungslogik ersetzt.

Zwischen versteckten Kosten und unberechenbarem Risiko

Im besten Fall ist eine solche Handhabung einfach naiv. Im schlimmsten Fall wird allerdings auch bereits überschuldeten Anlegern ohne Erfahrung ein Anlageprodukt mit 30% Aktienquote empfohlen. Das persönliche wie finanzielle Desaster ist hierbei vorprogrammiert.

Kein passendes Produkt für Jedermann

Aber auch ohne eine solche Fehleinschätzung, fallen einige Kosten und Mühen an, die bei Robo Advice häufig übersehen werden.

Da es sich bei den meisten Produkten um statische Depots handelt, besteht von Seiten des Anbieters nahezu kein Pflegeaufwand für dieses Modell, trotzdem soll der Kunde für diese Nicht-Dienstleistung laufend zahlen. Das Modell ist bei Venture Capital Investoren sehr beliebt und so lediglich für den Anbieter einfach und bequem, aber nicht für den Anleger. Im Gegensatz: Oft muss der Kunde weitere aufwändige Prozesse abwickeln – wie zum Beispiel eine neue Bankverbindung eröffnen, deren Gebühren sich dann zusätzlich zu den eigentlichen Gebühren der Anlageprodukte addieren.

Und was ist mit den Gewinnen?

Es gibt Anbieter, die zusätzlich zu den eigentlichen Gebühren noch eine Beteiligung an den Kapitalerträgen verlangen. Der Kunde trägt also alleine das Kapitalmarkt-Risiko, soll die Erträge dann jedoch teilen. Das klingt nicht nur absurd, es ist schlicht unfair.

Ist Robo Advice gar nicht zu empfehlen?

Die Idee, den Markt allen Interessenten zugänglich zu machen und nicht nur auf eine kleine Gruppe an Profis zu beschränken, begrüßen wir bei der Index Capital. Wir haben daher diesen Grundgedanken weiterentwickelt – zu einem sogenannten Peer-2-Peer Ansatz - Von Profis für Profis und jetzt für alle.

Hier setzen wir jedoch nicht auf einen Fragebogen und laufende Gebühren, sondern auf Sie als mündigen Bürger, der sich entsprechend seiner Interessen und finanziellen Mittel das Produkt aussucht, das zum ihm passt.

Wir zeigen Ihnen die Experten und Möglichkeiten – und Sie entscheiden vollkommen frei.